Hygrometer messen die Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen und helfen so, Schimmel und andere Risiken durch zu feuchte Luft zu vermeiden. Damit die Messwerte stimmen, sollte das Gerät korrekt kalibriert (umgangssprachlich: geeicht) sein – wie das in wenigen Schritten gelingt, zeigen wir hier.
Hygrometer werden zur Messung der Luftfeuchtigkeit in geschlossenen Räumen genutzt. Dadurch kann so mancher Schimmelpilz oder andere Risiken durch zu hohe Luftfeuchtigkeit verhindert werden. Damit das Hygrometer zuverlässige und präzise Messwerte ausgibt, muss es korrekt kalibriert – umgangssprachlich oft „geeicht“ genannt – sein.
Oftmals wird das Eichen in der Bevölkerung auch Kalibrieren genannt, es gibt aber einen zentralen Unterschied: Die Kalibrierung kann man in regelmäßigen, halbjährlichen Abständen alleine zuhause durchführen. Das Eichen hingegen kann nur von offiziellen Prüfstellen durchgeführt werden, da dieser Prozess etwas aufwändiger ist und viele spezielle Eichvorschriften eingehalten werden müssen.
In der Prüfstelle für Hygrometer wird festgestellt, über welche Beschaffenheit das jeweilige Gerät verfügt und ob alle technischen Anforderungen erfüllt werden. Dafür werden diverse Messungen durchgeführt, bei denen festgesetzte Fehlergrenzen nicht überschritten werden dürfen. Sind alle Anforderungen erfüllt, erhält das Hygrometer ein Zertifikat – auf die Messwerte eines geeichten Geräts kann man sich verlassen.
Professionelle Eichungen verwenden spezielle Geräte wie Feuchtegeneratoren, die präzise Umgebungsbedingungen erzeugen. Hochpräzise Referenzsensoren wie Taupunktspiegel-Hygrometer dienen als Vergleichsstandard. So erreicht diese Methode eine Genauigkeit von bis zu ±0,5 % relativer Luftfeuchtigkeit. Für den Hausgebrauch genügt dagegen die regelmäßige Kalibrierung zu Hause.
Zur ersten Einstellung vor der Nutzung und für die regelmäßige Kalibrierung in halbjährlichen Abständen gibt es mehrere Methoden. Hier die gängigsten im Vergleich.
Wissenschaftlich fundiert und für Heimanwender relativ präzise. Eine gesättigte Kochsalzlösung erzeugt in einem geschlossenen Behälter konstant ≈ 75 % relative Luftfeuchtigkeit. Genauigkeit etwa ±2–3 %.
Das Hygrometer rund eine Stunde in ein lauwarmes, feuchtes Tuch legen und sofort nach dem Herausnehmen über die Schraube auf 98 % einstellen. Einfach, aber mit Abweichungen von bis zu ±5 %.
Bei vielen elektronischen Geräten genügt es, die Batterie kurz zu entfernen und wieder einzusetzen. Manche Modelle bieten eine eigene Kalibrierfunktion laut Handbuch – nicht alle lassen sich vom Nutzer kalibrieren.
Die Salz-Test-Methode ist wissenschaftlich fundiert und für Heimanwender relativ präzise. Sie basiert darauf, dass eine gesättigte Kochsalzlösung in einem geschlossenen Behälter bei Raumtemperatur eine konstante relative Luftfeuchtigkeit von genau 75 % erzeugt. So gehen Sie vor:
Füllen Sie einen kleinen Behälter (z. B. einen Flaschendeckel) etwa zu 3/4 mit normalem Kochsalz.
Geben Sie etwas destilliertes Wasser hinzu, bis eine breiige Masse entsteht. Das Salz soll feucht, aber nicht vollständig aufgelöst sein.
Platzieren Sie Salzmischung und Hygrometer gemeinsam in einem luftdichten Beutel oder Behälter.
Warten Sie mindestens 8–12 Stunden, idealerweise 24 Stunden, bei stabiler Raumtemperatur (etwa 20–22 °C).
Der Messwert sollte nun 75 % anzeigen. Falls nicht, stellen Sie das Gerät über die Kalibrierschraube oder -funktion exakt auf 75 % ein.
Diese Methode bietet eine Genauigkeit von etwa ±2–3 % und ist für die meisten Haushaltsanwendungen völlig ausreichend.
Eine feste Routine sorgt für verlässliche Werte. In diesen Fällen sollten Sie häufiger zur Salzmischung greifen.
Experten empfehlen, ein Hygrometer mindestens halbjährlich bis jährlich zu kalibrieren – als feste Routine.
Wird das Gerät dauerhaft in feuchter Umgebung eingesetzt, lohnt sich eine häufigere Kontrolle.
Für Zigarrenhumidore, Instrumentenschränke oder Weinkeller ist regelmäßige Kalibrierung Pflicht.
Bei ungewöhnlichen oder stark schwankenden Werten – oder nach Erschütterungen und extremen Temperaturen.
Zeigt Ihr Hygrometer dauerhaft unrealistische Messwerte an (z. B. konstant nahe 100 %), können folgende Rekonditionierungsverfahren helfen:
Das Hygrometer sollte in jedem Haushalt Standard sein. Die ideale Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen liegt zwischen 40 % und 60 %. Zu niedrige Werte können zu trockenen Schleimhäuten und Hautproblemen führen, während zu hohe Werte Schimmelbildung begünstigen.
Die Kalibrierung eines Hygrometers ist mit wenigen Schritten erledigt – so stellen Sie mit geringem Aufwand sicher, dass Ihre Messwerte auch wirklich präzise sind. Für besonders genaue Messungen oder professionelle Zwecke empfehlen wir eine offizielle Eichung durch eine Prüfstelle. Für den normalen Hausgebrauch ist eine regelmäßige Kalibrierung mit der Salz-Test-Methode jedoch völlig ausreichend.
| Raum | Ideale Temperatur | Ideale Luftfeuchtigkeit |
|---|---|---|
| Wohnzimmer | 20–22 °C | 40–60 % |
| Schlafzimmer | 16–18 °C | 40–60 % |
| Badezimmer | 20–23 °C | 50–70 % |
| Küche | 18–20 °C | 50–60 % |
| Arbeitszimmer | 20–22 °C | 40–60 % |
| Keller | 10–15 °C | 50–65 % |
Für den Hausgebrauch brauchen Sie kein amtlich geeichtes Gerät. Eine offizielle Eichung – und ebenso ein professionelles ISO-Kalibrierzertifikat, wie es Fachhändler für Mess- und Labortechnik zu ihren Hygrometern anbieten – richtet sich an gewerbliche Anwendungen und schlägt sich deutlich im Preis nieder.
Für ein gesundes Raumklima zählt etwas anderes: ein Gerät mit guter Werksgenauigkeit von etwa ±2–3 % relativer Luftfeuchtigkeit, das Sie anschließend selbst mit dem Salztest gegenprüfen. Achten Sie beim Kauf also weniger auf das Wort „geeicht“ als auf die angegebene Messgenauigkeit und eine Kalibriermöglichkeit. Worauf es sonst noch ankommt, lesen Sie in unserer Kaufberatung für Hygrometer.
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