Brennende Augen, ein kratziger Hals und der Nachmittags-Kopfschmerz am Schreibtisch: Oft steckt kein Stress dahinter, sondern schlicht zu trockene Luft. Die Luftfeuchtigkeit im Büro wird leicht unterschätzt, dabei beeinflusst sie Wohlbefinden und Konzentration spürbar. Mit einem Hygrometer und ein paar einfachen Maßnahmen schaffst du ein Arbeitsklima, in dem du dich rundum wohlfühlst.
In diesem Ratgeber erfährst du, welche Werte im Büro ideal sind, wie du trockene Luft erkennst und wie du sie natürlich und technisch ausgleichst.
Die ideale Luftfeuchtigkeit im Büro
Auch am Arbeitsplatz gilt der Richtwert für Innenräume: eine relative Luftfeuchtigkeit von 40 bis 60 Prozent bei einer Raumtemperatur von etwa 20 bis 22 Grad. In diesem Bereich bleiben Augen und Schleimhäute geschützt, und gleichzeitig ist die Feuchte niedrig genug, dass kein Schimmel entsteht.
Verbindlich vorgeschrieben ist dieser Wert nicht: Die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A3.6) legen keine feste Untergrenze für die Luftfeuchte fest – in vielen Büros muss die Luft auch nicht aktiv befeuchtet werden. Die 40 bis 60 Prozent sind also ein Orientierungswert für gutes Wohlbefinden, kein starrer Grenzwert.
Warum trockene Büroluft ein Problem ist
Im Büro ist meist zu trockene Luft das Thema – seltener zu feuchte. Vor allem im Winter entzieht die Heizung der Raumluft Feuchtigkeit, und die kalte Außenluft bringt kaum welche mit. Sinkt der Wert unter 40 Prozent, macht sich das schnell bemerkbar:
- Trockene, brennende Augen – besonders bei langer Bildschirmarbeit, weil man dabei seltener blinzelt.
- Gereizte Atemwege und eine höhere Anfälligkeit für Erkältungen, weil die Schleimhäute austrocknen.
- Kopfschmerzen und Müdigkeit, die sich über den Tag aufbauen und die Konzentration kosten.
- Statische Aufladung von Kleidung, Haaren und Papier.
Zeigt dein Hygrometer dauerhaft unter 30 Prozent, ist die Luft eindeutig zu trocken – dann solltest du gegensteuern.
Luftfeuchtigkeit messen und trockene Luft ausgleichen
Ob die Werte stimmen, verrät dir ein Hygrometer auf dem Schreibtisch. Stell es zentral auf, mit Abstand zu Heizung, Fenster und Wärmequellen wie dem Rechner, und lies den Wert nach rund einer Stunde ab. Welches Gerät passt, zeigen der Hygrometer-Vergleich und unsere Kaufberatung; für die einfache Ablesbarkeit am Arbeitsplatz eignen sich digitale Hygrometer besonders gut. Prüfe die Anzeige gelegentlich mit dem Salztest.
Ist die Luft zu trocken, hilft eine Kombination aus mehreren Maßnahmen:
- Regelmäßig stoßlüften: Öffne mehrmals täglich – idealerweise alle zwei bis drei Stunden – für einige Minuten die Fenster weit. Das tauscht verbrauchte Luft, CO₂ und Schadstoffe aus und bringt Sauerstoff für den klaren Kopf. Gekippte Fenster bringen kaum Luftaustausch und kühlen nur aus.
- Zimmerpflanzen aufstellen: Grünlilie, Einblatt, Bogenhanf oder Zyperngras geben Feuchtigkeit über die Blätter ab und werten den Arbeitsplatz optisch auf.
- Wasserquellen nutzen: Eine Schale Wasser auf der Fensterbank oder ein kleiner Zimmerbrunnen heben die Feuchte sanft an.
- Luftbefeuchter einsetzen: In sehr trockenen Räumen reguliert ein Luftbefeuchter die Feuchte gezielt. Wichtig ist die regelmäßige Reinigung, sonst verteilt das Gerät Keime im Raum.

Wenn die Luft zu feucht ist
Seltener, aber möglich: In schlecht belüfteten Räumen, hinter Schränken an kühlen Außenwänden oder nach Wasserschäden kann die Feuchte auch über 60 Prozent steigen und Schimmel begünstigen. Dann gilt: konsequent stoßlüften, Möbel mit etwas Abstand zur Außenwand stellen und bei anhaltend hohen Werten einen Luftentfeuchter einsetzen. Wie du die Ursachen findest, erklärt der Ratgeber Schimmel-Ursachen; die richtige Lüftungstechnik zeigt Richtig lüften.
Häufige Fragen zur Luftfeuchtigkeit im Büro
Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit im Büro sein?
Ideal sind 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit bei 20 bis 22 Grad Raumtemperatur. Unter 40 Prozent wird die Luft zu trocken für Augen und Atemwege, dauerhaft über 60 Prozent steigt das Schimmelrisiko.
Warum habe ich am Bildschirm so oft trockene Augen?
Bei konzentrierter Bildschirmarbeit blinzelt man deutlich seltener, wodurch der Tränenfilm schneller verdunstet. Kommt trockene Heizungsluft dazu, verstärkt sich der Effekt. Regelmäßiges Lüften, Pausen und eine Luftfeuchtigkeit um 50 Prozent lindern das Problem.
Wie oft sollte man ein Büro lüften?
Am besten alle zwei bis drei Stunden für einige Minuten stoßlüften – morgens zum Start, um die verbrauchte Luft auszutauschen, und über den Tag verteilt. Im Winter reichen wenige Minuten, im Sommer darf es länger sein.
Braucht man im Büro einen Luftbefeuchter?
Nicht zwingend. Oft genügen regelmäßiges Lüften und ein paar Pflanzen. Zeigt das Hygrometer aber über längere Zeit unter 30 bis 40 Prozent, kann ein Luftbefeuchter das Arbeitsklima spürbar verbessern – wichtig ist die regelmäßige Reinigung.
Fazit
Die richtige Luftfeuchtigkeit im Büro liegt zwischen 40 und 60 Prozent. Mit einem Hygrometer auf dem Schreibtisch behältst du sie im Blick, trockene Winterluft gleichst du mit Lüften, Pflanzen und bei Bedarf einem Luftbefeuchter aus. So beugst du trockenen Augen und Kopfschmerzen vor und arbeitest konzentrierter. Wie du die anderen Räume in den Griff bekommst, zeigt der Ratgeber zur optimalen Luftfeuchtigkeit mit allen Tipps zu Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bad und Keller.